Solche Tage sind einfach wundervoll! Ich liebe dieses Viertel an hellen, warmen Sommertagen schon deshalb, weil ich dann mit meinen Glücksgefühlen nicht alleine bin. Viele Nachbarn zieht es, obwohl sie einen Garten haben, vor die Tür. Mal sehen, wer vorbei kommt, mit wem sich ein Schwätzchen ergibt. Auch ich sitze am Abend gern vor der Haustür, rauche ein Zigarettchen und warte einfach mal ab. Oft sind wir dann eine Stunde später schon zu sechst, dann holt die Nachbarin schnell mal eine Flasche Weißwein – „Die steht gerade kalt, dann können wir sie auch gleich trinken!“ – und um zehn, wenn alle hungrig werden, fällt einem ein, dass er noch einen ganzen Topf Chili von gestern Abend übrig hat. Während wir das Chili löffeln, können wir uns gegenseitig bestätigen, dass wir Glückskinder sind: super Wetter, super Viertel, super Nachbarschaft.
Gestern Abend war Sperrmüll. An der Ecke hatte jemand ein altes Sofa und einen wackeligen Beistelltisch rausgestellt. Es dauerte keine halbe Stunde, dann war das Sofa voll besetzt und die eine oder der andere hatte sich einen Stuhl dazugestellt und wir saßen bei Käse und Knabbereien bis tief in die Nacht.
Juli 13, 2006 um 7:00
Wenn bei euch wieder Sperrmüll ist, sag Bescheid! Ich packe dann meine Kekse ein und mache mich auf den Weg über die Weser.
Beste Grüße aus der Neustadt!
Juli 13, 2006 um 8:33
geiles viertel
Also in meinem „Viertel“ klingt das eher so: „Möchten Sie am Samstag im Garten grillen? – Nein? Ach, wie schön, dann können wir das ja machen.“ -Jetzt kaufe ich eine Bierzeltgarnitur und lade alle 9 Parteien zum Grillen im Gemeinschaftsgarten (hinterm Haus!…) ein! Wie das wohl wird? Ich kann ja davon berichten!…
Juli 15, 2006 um 10:40
ich glaube, ich zieh um
Bei mir erklingt auf den Straßen (in Gröpelingen) eher so was wie in den Mittags-Talk-Shows; ich meine die recht heftigen Wortwechsel. Beispiel:
Eine Frau mit Kinderwagen schippert die Straße entlang und entdeckt wohl eine andere Frau auf dem Balkon, die ihr (offensichtlich) nicht so sympathisch ist. „Was guckst du da oben so blöde?“ Antwort: „Was willst du? Pass bloß auf, sonst komm ich gleich runter.“ „Ja, mach doch, du alte fette Kuh; darauf warte ich schon lange.“ Inzwischen fängt das Kind zu schreien an und ich habe erst mal genug von dieser netten Form der Konversation; schließe mein Fenster und schalte „Britt“ auf Sat 1 ein.